"Der Nubbel is dat schuld!"

Nubbel ist ein kölscher Begriff aus dem 18.Jahrhundert, der benutzt wird, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder möchte z.B. „dä es beim Nubbel“ = der ist irgendwo.

Im rheinischen Karneval wird zum Auftakt der Karnevalssaison  über viele Kneipentüren eine mannsgroße Strohpuppe gehängt: der Nubbel. Die fiesen Gesellen sind an allem schuld, was in der Karnevalszeit passiert. Um Mitternacht des Karnevalsdienstags wird der Nubbel nach Vortragen einer Anklageschrift  unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt. Mit ihm gehen auch alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf.

Die Anklageschrift wird von einem als Geistlichen verkleideten vorgetragen. Verteidigt die Menge den Nubbel noch anfänglich, ist sie am Ende von seiner Schuld überzeugt. „Wer es schuld, dat mer all unser Jeld versoffe han und dann auch noch ein härrliches Fisternöllche hatten?“ Schallend antwortet die Menge einstimmig: "Dat wör der Nubbel!"

Rheinischer Frohsinn

Sündenbock des Karnevals

Die Formel der rheinischen Lebensart kennt wohl jeder: "Et es wie et es", "Et kütt wie et kütt" und "Et hätt noch emmer joot jejange". Darüber hinaus hat der Rheinländer aber noch eine weitere wichtige Figur zur Erhaltung seiner Gelassenheit in petto, den Nubbel. 

Denn wer sonst ist schuld, wenn das Auto (das in der dritten Reihe parkte) abgeschleppt wurde? Oder auf der Party zu viel getrunken und jebützt wurde?